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In der  Sulinger Kreiszeitung  erschien am 13.10.2017 unter der Rubrik Barnstorf folgender Artikel mit dem Titel    "Aus dem Schatten der Sucht treten"   und dem Untertitel  Selbsthilfegruppe für Angehörige in Barnstorf ermöglicht Austausch

Barnstorf - Von Simone Brauns-Bömermann. Überfordert, machtlos, allein gelassen: So fühlen sich viele Angehörige von Suchtkranken. Sie sind bedrückenden Umständen ausgeliefert, leiden unter Alkohol-, Drogen- oder Spielsucht von nahestehenden Menschen und brauchen oft selbst Unterstützung. Eine Anlaufstelle gibt es im Mehrgenerationenhauses in Barnstorf, wo sich zweimal pro Monat die Selbsthilfegruppe für Angehörige von Suchtkranken trifft. „Die regelmäßigen Treffen sind wie ein stützendes Korsett“, sagt Gruppenleiterin Käthe Ellmann, die ihre persönlichen Erfahrungen in die Runde einbringt. Sie selbst kennt Alkoholprobleme aus der Familie, ihr Partner ist mittlerweile seit 30 Jahren trocken. Nachdem Ellmann eine Weiterbildung zur ehrenamtlichen Suchtkrankenhelferin absolviert und an zahlreichen Fortbildungen teilgenommen hatte, nahm sie die verantwortungsvolle Position an. 

Gemeinsam mit Ellmann hat Rabea Urban eine Moderatoren-Ausbildung für Gruppenarbeit absolviert und fühlt sich seitdem im Umgang mit den Teilnehmern sicherer. „Wir können mit den erlernten Techniken einer Gruppe sehr viel besser helfen“, berichtet Urban. Auch sie kennt das Dilemma einer Beziehungsabhängigkeit, die früher als co-abhängig beschrieben wurde. „Wir hören in der Gruppe zu und versuchen zu verstehen. Bei uns können Angehörige aus dem Schatten der Sucht treten“, unterstreicht Ellmann.In der ersten Not werde den Angehörigen ein Erstgespräch unter vier Augen angeboten. „Das ist manchmal wie bei einem Schnellkochtopf, der unter zu viel Druck geöffnet wird“. Vertrauen und Verschwiegenheit seien die Basis. Ist ein Hilfesuchender in der Gruppe angekommen, ist die Verweildauer unterschiedlich, je nach Lebenssituation, Charakter und Krankheitsverlauf.

Der Leidensdruck äußert sich immer wieder durch die gleichen Symptome. Die Angehörigen übernehmen Verantwortung für den Abhängigen, sie entschuldigen und vertuschen das Verhalten und passen den eigenen Lebensstil an die Suchtgewohnheiten an. Die Partner oder Eltern, oft auch Kinder, übernehmen die Aufgaben der Suchtkranken und sie entwickeln Schuldgefühle. Die Folge ist, dass sich Angehörige selbst seelisch und körperlich krank fühlen. Ellmann ist überzeugt: „Wenn die Menschen den ersten Schritt zur Selbsthilfegruppe getan haben, kann es in kleinen Schritten bergauf gehen“.

„Ich kam zur Selbsthilfe, weil ich dem Ursprung meiner negativen Erfahrungen auf den Grund gehen wollte“, sagt Rabea Urban. Auch Bernhard Neteler hat positive Erfahrungen gemacht. Er ist sogar in zwei Gruppen aktiv, in einer gemischten Gruppe mit seiner Frau und in der reinen Angehörigengruppe in Barnstorf. Das sei für ihn der Rückzugsort, die Kraftquelle für den Alltag, sagt er. Die Treffen sind jeden ersten und dritten Dienstag um 20 Uhr im Mehrgenerationenhaus. Voraussetzungen zur Teilnahme sind Volljährigkeit und keine Abhängigkeit. ( Kontaktinformationen habe ich aus Datenschutzgründen gestrichen, ebenso 'Passagen aus dem Internet, die in der Ausgabe Sulingen ausgespart wurden )

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Zu diesem Artikel haben Elly Plenge und Dagmar Lübbering folgenden Leserbrief geschrieben, der ungekürzt und unverändert in der Ausgabe der Diepholzer Kreiszeitung am 28.10.2017 erschien

                      "  Eine  Lösung  kann  es  nur  gemeinsam  geben

Wir bezeichnen uns als glückliche zufriedene Co-Abhängige ! Mit diesem Leserbrief wollen wir „unsere“ Sichtweise und Haltung zu diesem Thema deutlich klarstellen, Die im Artikel beschriebene „Beziehungsabhängigkeit“ ist in einer gesunden Form für jeden Menschen von Geburt an notwendig, um überlebensfähig zu sein. Diese Abhängigkeit, egal ob in gesunder oder krankhafter Form , hat keine parallelen zur Co - Abhängigkeit zu einem Suchtkranken. Die Co-Abhängigkeit begleitet uns ein Leben lang , so wie ein abstinenter Suchtkranker immer suchtkrank bleibt.

Co-Abhängig sind wir dann, wenn die Sucht eines anderen Menschen ( egal ob Familie, Freunde, Kollegen usw.) unser eigenes Leben bestimmt , beeinflusst und wir gehindert werden, selbstbestimmt zu leben. Das gegenseitige „Verstehen“ zwischen dem Co-Abhängigen und dem Suchtkranken sehen wir als dringend notwendig an. „ Nur gemeinsam “ können wir von einander lernen, um Lösungen für unsere Probleme zu finden. Dieses kann in Form von gemischten Suchtselbsthilfegruppen geschehen. Die aktive Begleitung wird nicht nur durch zusätzliche professionelle Ausbildung vorgenommen – sie muss mit dem Herzen gelebt werden, um authentisch zu sein. Wir selber sind in der glücklichen Lage, dieses jede Woche neu zu erleben. Egal welches Alter, egal welche Suchterkrankung und egal wie lange ein Suchtkranker oder ein Co-Abhängiger „abstinent“ ist : durch gemeinsame Gespräche auf Augenhöhe suchen und finden wir Wege , die auch anders und neu sein dürfen.

Wer zu diesem Thema Näheres wissen will, kann sich gerne auf der Seite informieren.

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Dank an die Kreiszeitung, auch für die "grandiose" Überschrift, die uns aus dem Herzen spricht.

hier veröffentlicht  29.10.2017  Dagmar Lübbering

 

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